Pirkan Hiihto/ Tampere: 26.02. – 02.03.2015

Ronald am StartbereichNach dem schneearmen Winter 2013/2014 sah es in diesem Jahr etwas besser in unserem Erzgebirge aus und längere Langlaufeinheiten waren problemlos in Geyer oder Oberwiesenthal möglich. Die Gelegenheit für einen Start beim 60. Pirkan Hiihto war also recht gut und ich schloss mich den Freunden der SG Adelsberg an, die wieder eine Reise  nach TAmpere organisierten.

Am Donnerstag war pünktlich 6:30 Uhr Abfahrt zum Flughafen Berlin Tegel, den wir trotz einiger Anfahrtsprobleme zum Parkplatzes rechtzeitig erreichten. Während Stefan und Carsten noch den Bus auf den Parkplatz fuhren, kümmerten wir uns schon mal um die Abgabe der Langlaufski als Sperrgepäck und checkten ein. Alles verlief reibungslos und auch der Flug nach Helsinki mit Finnair bzw. der Weiterflug nach Tampere verliefen problemlos. Dort wurden wir bereits von einem Taxi erwartet, das uns in unser Hotel in der Nähe des Zielgeländes brachte. Das Haus war nichts besonderes, aber nahe am Ziel und für uns nach dem Lauf leicht zu Fuß erreichbar. Waren wir in Berlin noch bei blauem Himmel und Sonnenschein gestartet, empfing uns Finnland mit einen stark bewölkten Himmel. Leider lag auch nicht übermäßig viel Schnee, aber für den Lauf sollte es in diesem Jahr ausreichen. Mittlerweile war es 18 Uhr und wir gingen kurz einkaufen um dann in eine Pizzeria einzukehren. Eher ein Döner/ Pizzaimbiss mit einigen Stühlen, aber riesigen und leckeren Pizzen. Das ganz mit Salat und Getränken für 10 EURO war ganz annehmbar.

Der Freitag startete dann mit einer kleinen Erkundung der Laufstrecke. Das Zielgelände an der Pferderennbahn sah noch nicht nach einem großen Skilanglauf aus, nur die Zielgasse war bereits mit Schnee aufgeschüttet. Im Wald fanden wir dann auch schnell die Loipen, auch wenn diese zum Teil sehr eisig waren. Ich, als einziger Skater im Team, hatte auf dem harten Untergrund so meine Probleme und bangte bereits um die Kanten meiner Skatingski. Wir liefen ca. 9 km bis zur letzten Verpflegung. Die Bedingungen waren gut, aber von Schneemassen konnte man auch hier nicht sprechen. Aber wir wollten ja auch nur kurz die Strecke testen und fuhren wieder zurück ins Hotel. Nach dem Mittag fuhren wir mit dem Linienbus ins Stadtzentrum, gingen in der sehr schönen Markthalle Kaffee trinken und trafen uns dann mit einer Stadtführerin. Mit ihr gemeinsam ging es dann in das Industriemuseum und im Anschluss noch eine kleine Runde durch die Stadt. Im Industriemuseum hat uns vor allem die große Dampfmaschine Helene beeindruckt. Natürlich fanden wir im Museum auch einige alte Chemnitzer Maschinen. Zuvor hatten wir in der Nähe des Museums noch den Reino Laden besucht. Sehr angesagte Hausschuhe, die aber auch einen beachtlichen Preis haben – 55 EURO für ein Paar Kinderhausschuhe waren mir dann doch zu viel. Am Abend hatte uns die Stadt Tampere dann zu einem Eishockey Spitzenspiel eingeladen. Wir konnten das Spiel in der VIP-Lounge des Stadions beobachten und nebenbei noch gut zu Abend essen. Wein war auch reichlich vorhanden, beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abend.

Der Samstag war dann etwas ruhiger. Ich blieb im Hotel und ging mit Heiko am Mittag eine kleine Runde laufen. Die anderen fuhren noch einmal nach Tampere, aber nur um noch einige Einkäufe in diversen Sportläden zu machen. Am Nachmittag ging es dann zu Abholung der Startunterlagen ins Stadion. Alles lief problemlos und die Startunterlagen lagen schon für uns, als einzige deutsche Teilnehmer bereit. Nun stand noch die Präparation unserer Ski an, was wir alle in Stefans und meinem Zimmer erledigten. Einbügeln über dem Tisch und Abziehen des Waxes dann auf dem Balkon.  Eine etwas unkonventionelle Technik, aber hat ganz gut funktioniert. Danach mussten wir für längere Zeit lüften, da es doch sehr unangenehm roch und wir sonst wohl nicht hätten schlafen können. Ich betrieb jetzt keinen großen Aufwand mehr, etwas High Fluor Wax einbügeln und ordentliche ausbürsten, das musste reichen. Am Abend ging es wieder in die Pizzeria und danach wurde auf dem Zimmer noch eine Flasche Rotwein gelehrt. Lange konnten wir eh nicht zusammen sitzen, da für die anderen die Nacht schon sehr früh zu Ende sein sollte. Der Start war schließlich schon für 7 Uhr im 90 km entfernten Niinisalo geplant und dafür fuhr kurz vor 5 Uhr der Bus am Zielgelände ab. Ich hatte zum Glück etwas länger Zeit und konnte gemütlich Frühstücken und gegen 9 Uhr mit dem Bus zum Start fahren. Mein Start für den Skatingwettbewerb war erst gegen 11 Uhr und daher alles etwas gemütlicher und vor allem wärmer. Wobei auch sonst ganz angenehme Temperaturen um 0 Grad herrschten. Der Startbereich befand sich in einem Millitärgelände wo man sich umziehen und etwas unterstellen konnte. Der Start selbst erfolgte dann am Waldrand, einfach auf einigen Spuren zwischen den Bäumen. So einen Startbereich hatte ich auch noch nicht erlebt, aber alles funktionierte reibungslos und sehr entspannt. Die ersten 10 km waren noch sehr eng, da man durch die vielen Läufer nur schwer überholen konnte. Aber alle liefen sehr ruhig und keiner drängelte sich irgendwo durch, das haben wir auch schon anders erlebt. Langsam fiel das Feld etwas auseinander und man konnte gelegentlich auch überholen. Die Wege waren allerdings nicht sehr breit, es blieb also nur die Spur auf der man an den Skatern vorbeischieben musste. War sehr anstrengend, aber hat gut funktioniert. Immer wieder waren einige Anstiege zu bewältigen, die den Lauf nicht unbedingt leichter machten. Zum Glück gab es ca. alle 10 Kilometer eine Verpflegung und man konnte sich den Lauf etwas danach einteilen. Bei mir lief es ganz gut und ich hatte kurzzeitig die Hoffnung nur etwas mehr als 6 Stunden für die 90 Kilometer zu fahren. Aber bereits nach 35 Km wurde es schwerer und wir mussten uns auch fast immer durch weichen und tiefen Schnee kämpfen. Ich hatte eigentlich immer eine kleine Gruppe und fuhr auch oft vornweg, so wurde es nicht ganz langweilig. Die Strecke machte mir schon stark zu schaffen, da ich im Training nie mehr als 45 km gefahren war. Zum Glück wurde es nach ca. 60 Kilometern wieder etwas besser. In einigen Waldabschnitten war zwar nur noch sehr wenig Schnee, aber man konnte alles noch gut fahren. Die letzten 10 km kannte ich dann ja zum Glück und war auch sehr froh darüber. Mittlerweile wurde es langsam dunkel, aber die letzten Kilometer waren zum Glück auch beleuchtet. Ich konnte mich noch einmal motivieren und die letzten Kilometer ordentlich kämpfen, wollte aber auch nur noch ins Ziel kommen. Noch eine letzte steilere Abfahrt hinab zur Pferderennbahn und dann war es geschafft. Knapp unter 7 Stunden, aber die Zeit war nicht wirklich entscheidend. Gerade rechtzeitig bevor es richtig dunkel wurde, für die nachfolgenden Läufer war eine Stirnlampe sicher angebracht. Christiane, Stefan, Carsten und Heiko warteten auf mich im Ziel, bereits geduscht und fertig zum Abendessen. Sie waren ja aber auch schon einige Stunden im Ziel. Ich holte nur meinen Kleiderbeutel ab machte mich dann auch umgehend auf den Weg ins Hotel zum Duschen und dann zum Abendessen in die Pizzeria. Dort bekamen wir zum Glück die letzten Pizzen, danach war der Laden ausverkauft. Ein Australier, der einige Wochen von Rennen zu Rennen reiste, musste leider mit einem Salat vorlieb nehmen.

Am nächsten Tag ging es dann bereits wieder über Helsinki zurück nach Berlin und mit dem Auto weiter nach Chemnitz. Alles hat perfekt geklappt und es waren wieder erlebnisreiche Tage mit einigen guten Freunden.

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