Heavy24/ Stausee Oberrabenstein: 10. – 11.06.2017

Nach 2015 wollte ich mich in diesem Jahr wieder einmal beim Heavy24 als Einzelstarter versuchen. Bereits die Anmeldung war eine Herausforderung – beim ersten Versuch der Rennmacher brauchen die Server zusammen. Also wurde der Termin verschoben, gestaffelt und fiel genau auf den Samstag vor dem Frankfurt Marathon. Dann eben auf der Marathonmesse mit dem iPad eine ruhige Ecke gesucht und auf den Freischaltung des Meldeformulares gewartet. Es war absehbar, dass auch die Plätze der Einzelfahrer recht schnell vergeben sind. Ich war nach 3 min mit dem Ausfüllen des Formulares fertig und nach 7 Minuten waren alle 100 Startplätze vergeben. Die erste Hürde hatte ich also bereits erfolgreich gemeistert. Der Winter im Erzgebirge war lang und ich startete erst Anfang April richtig in die Radsaison, verzichtete wieder auf ein Trainingslager unter südlicher Sonne und machte stattdessen einige Trainingskilometer und Höhenmeter über Ostern im Zillertal. Nicht viel, aber täglich 60-70 km. Ansonsten ging es mehrmals pro Woche über eine größere Feierabendrunde vom Büro nach Hause. Das war es dann auch schon und so kamen vor dem Heavy ca. 2000 Radkilometer zusammen. Sollte für mich reichen, der Rest war dann einfach Kopfsache. Janine hatte ich bereits frühzeitig als Betreuerin gewinnen können und Ihr Trainerkollege René Hänig hatte auch noch einen Einzelfahrer in Betreuung. Also hatte stellten wir uns einfach zusammen, so hatten wir eine fast ideale Kombi für die Betreuung der Fahrer. Mit dem zugewiesenen Stellplatz im Lager der Einzelfahrer waren wir leider alle nicht so zufrieden und stellten uns daher auf der zum Stausee Parkplatz gehörenden Wiese direkt an die Strecke. Dies machten wir zum Glück bereits am Donnerstag und hatten damit eine gute Wahl getroffen. Denn am Freitag waren alle Plätze um uns herum bereits belegt. Mit Wohnwagen, Bus und einen Pavillon waren wir ganz gut für das Rennen bei sommerlichen Temperaturen ausgestattet. Am Freitag schnell Startnummern geholt und noch mit Michael Brauns geschwatzt. Zuhause mussten dann noch alle Sachen gepackt werden, das Rad war zum Glück bis auf Kleinigkeiten in Ordnung. Also alle vorhandenen Radsachen in eine große Tasche gepackt, das muss reichen. Natürlich nicht: mehrere Brillen, Handschuhe Shirts, Mützen, Schuhe, Jacken kamen auch noch dazu. Etwas Werkzeug und Pflegemittel und die neue Lupine Piko R7. Nochmal mit einer verrutschenden Lampe wollte ich nicht durch die Nacht fahren. Dann ging es ans packen der Essenskiste: Riegel, Gels, Schokolade, Käse, Nudeln, Salzstangen, Eierkuchen, Salami, Cola und ganz viel Isogetränk. Hier nutzte ich gleich den neuen 15 Liter Kanister mit Ausguss, den ich für den FichtelbergUltra eine Woche zuvor gekauft hatte. Verhungern oder verdursten sollte ich eher nicht. Dann ging ich für meine Verhältnisse doch schon recht zeitig zu Bett, konnte aber kaum schlafen. Irgendwie war ich etwas aufgeregt – alles eingepackt, was fehlt noch.ich fand keine richtige Ruhe.

Am nächsten Morgen dann kurzes Frühstück und mit Rene raus zum Stausee. Linus und Janine machten sich noch auf dem Weg zum Inliner Training beim Einsiedler Skiverein und kamen dann Mittags nach. Ich hatte schon angekündigt, dass ich nur den Pavillon mit aufstelle und dann raus aus allen weiteren Vorbereitungen bin. Alle anderen Dinge konnten die Betreuer dann im Laufe des Nachmittages fertigmachen. Es waren auch genügend helfende Hände da und so konnte ich mich noch etwas um mein Rad kümmern und mit einige Leuten quatschen. Die Zeit verging dann doch schneller als gedacht und ich hatte eigentlich gar keine Zeit mich noch gemütlich im Stuhl auszuruhen. Jens wollte mir noch die Schaltung genauer einstellen, und stellte dabei fest das mein Schaltauge wohl etwas verbogen ist. Aber ich wollte jetzt kein Risiko eingehen, zur Not musste ich halt am Schaltgriff etwas nachdrücken. Schnell noch ein Teller Nudeln gegessen und dann musste ich auch schon zurück zum Standplatz und mich langsam umziehen. 11:45 Uhr ging es dann zum Start. Erst die 8er, 4er und 2er Teams und dann waren wir endlich 12:15 Uhr dran. Jetzt fehlte uns schon vor dem Start eine Viertelstunde der Rennzeit, aber das sollte am Ende kein Problem sein. Ich stellte mich bewusst in die erste Reihe neben Michael und dann ging es auch schon los. Die ersten Runden drehten wir zu viert an der Spitze. So ging es zumindest die ersten 8 Runden – also 3,5 Stunden lang. Dann machte ich eine kleine Pause und unsere kleine Gruppe zerfiel. Ich drehte weitere meine Runden und wurde an unserem Zelt von Janine immer ordnungsgemäß verbottelt. Die Fahrer/ Betreuer neben uns staunten nicht schlecht wie gut dies in schneller Fahrt immer wieder funktionierte und keine Flasche zu Boden fiel. Mit Riegel und Gels hatten ich mich am Start ordentlich versorgt und konnte jede Runde etwas essen. Allerdings musste ich mich dann zwingen auch mal was „ordentliches“ zu essen und verlangte dann auch mal nach Eierkuchen. So ging es eigentlich bis in die Abendstunden und ich machte gegen 20 Uhr eine längere Pause (15 min) um mal wieder etwas ordentliches (in dem Fall Nudeln) zu Essen. Bei der Gelegenheit baute mir Rene auch noch gleich das Licht an das Rad, damit ich auf eine weitere Pause vor der Nacht verzichten konnte. Noch schnell frische Sachen für die Nacht angezogen und dann ging es auch schon wieder auf die Runde. Es war immer noch recht warm und ich entschied mich für eine 3/4 Radhose mit kurzem Trikot und Ärmlingen. Eine Weste zog ich mir erst später in der Nacht an. Dies funktionierte auch ganz gut. Es wurde langsam dunkel und meine neue Lampe machte einen guten Job. Bei dem Preis  sollte dies aber auch so sein. Der Wald vor mir war taghell und ich konnte wirklich jede Wurzel gut erkennen. Wie einige wenige Fahrer mit normalen Radlampen unterwegs sein konnten war mir ein Rätsel.

Ich kam ganz gut durch die Nacht, nur jetzt leider nicht mehr mit Musik, der Akku war leer und als ich mir beim Betreuerstand einen Akku holen wollte, gab es einige Diskussionen wieso ich deshalb so viel Zeit verplempere. Ok Ok, also wieder auf die Strecke und eben ohne Musik fahren. Ganz schön stressig als Fahrer mit solchen eifrigen Betreuern, aber alles gut. Irgendwann war dann auch die Nacht geschafft und es wurde gegen 3:30 Uhr wieder langsam hell. Aber leider kommt jetzt erst die schwierigste Zeit. im ersten Moment freut man sich, ok der neue Tag und bald ist es geschafft. Aber leider sind es dann immer noch 7 Stunden bis ins Ziel. Langsam tat mir dann auch der Hintern etwas weh, hatte mich wohl doch etwas wund gefahren. aber durchbeißen und weiter Runde für Runde abspulen. Ich lag mittlerweile auf dem 3. Platz und hatte nach vorn ca. 10 Minuten Rückstand. Janine motivierte mich immer wieder das es noch zu schaffen ist, aber der richtige Biss fehlte mir. Als dann gegen 8 Uhr der Fahrer auf Platz 4 eine Runde Rückstand hatten, war zumindest erstmal der Platz gesichert und so fuhr ich auch weiter. Das Podium war erreicht und das war das Hauptziel. Sicher war aber trotzdem noch nichts, da bei einem Defekt auch eine Runde schnell weg sein kann. Aber das Material hielt gut durch. Erst nach dem Rennen bemerkte ich meinen gebrochenen Sattel, aber das war kein Problem. Die letzten Stunden nahm ich das tempo jetzt also etwas raus, was die Rundenzeiten leicht erhöhte aber mir ging es nur ums Podium. Ich rechnete bereits, ob ich die letzte runde noch fahren musste und entschied mich gegen 11:45 Uhr aufzuhören. Selbst wenn der Verfolger noch eine Runde fahren sollte, hatte er die gleiche Rundenanzahl, aber ich die besser Zeit. Damit konnte ich leben. Kaum hatte ich mich im Stuhl niedergelassen fing Janine an  ich solle doch noch eine Runde fahren. Also Helm wieder auf und doch nochmal aufs Rad. Die letzte Runde war dann als Abschiedsrunde recht entspannt. Ok, der Seetrail wird wohl nie meine Lieblingsstrecke, aber ansonsten war alles gut fahrbar. Auf der letzten Runde ließen es alle Fahrer entspannt angehen und es wurde fast mehr über das rennen erzählt als gefahren. Nur einige Teamfahrer störten die „Idylle“ auf der Strecke. Dann war auch endlich die wirklich letzte Runde geschafft und Alex empfing alle Fahrer im Ziel. Ich wollte mich nur noch setzen, was gar nicht so einfach war. Auf dem Rad hatte ich muskulär relativ wenige Probleme gehabt, aber jetzt spürte ich schon meinen Rücken. Ausruhen, Essen, Trinken. Nur beim Ausziehen der Radsachen ging irgendwie gar nichts mehr, aber mit dem persönlichen Pflegepersonal wurde auch das Problem gelöst. Nach kurzer Pause ging es dann langsam zur Siegerehrung und ich konnte mich nach den Strapazen der letzten Stunden auch über den 3. Platz freuen. Insgesamt 52 Runden und ca. 480 km hatte ich auf den staubigen Pisten um den Stausee absolviert. Alles gut überstanden, nur die Mädels der SG Adelsberg attestierten mir, dass ich sch…. aussehe. Mir fehlte wohl einfach etwas Schlaf!

Das Beräumen unseres Platzes ging zum Glück recht schnell und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Leider hatten wir zwei Autos vor Ort, ich musste den Bus also selbst nach Hause fahren. Aber alles ging gut und ich räumte schon einige Sachen in den Hausflur, weiter schaffte ich es aber nicht mehr und ich überließ die Arbeit meinem Betreuerteam Janine und Linus. Am Nachmittag schon mal im Bett eingeschlafen, dann Pizza bestellt und gegessen und dann ging es 19:45 Uhr in die Badewanne. Leider wachte ich erst 22.45 Uhr wieder auf als das Wasser dann kalt war. War anscheinend doch ein anstrengendes Wochenende gewesen!

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