Zillertal Bike Challenge: 30.06. – 02.07.2017

Die Frage stand: was machen wir im Sommerurlaub? Vielleicht Zillertal, da gibt es Klettersteige, Wandern, Mountainbiken und ein nettes Hotel gibt es mit dem Asterhof bei Anni und Patrick auch noch in Fügen. Ok, und dann war da noch eine Zillertal Bike Challenge. 3 Etappen mit ca. 70 km pro Tag, klingt gut, könnte man eigentlich gleich verbinden. Also wie immer einfach anmelden: Aber so einfach ist das nicht. Es stehen 3 Strecken zur Auswahl – die volle Distanz als King of the Mountain mit 187 km und 9126 Hm. Und zwei kürzere Strecken Prince und Lord die etliche Anstiege mit Seilbahnunterstützung absolvieren und dadurch Streckenkilometer und Höhenmeter sparen. Eben alles etwas entspannter wie es sich im „Urlaub“ gehört, denn 9000 Hm sind schon eine Ansage. Aber ich durfte gar nicht erst überlegen und bekam in der Familie nur zu hören, entweder volle Distanz oder gar nicht. Ok, dann Meldung für die lange Strecke abgegeben und los ging es. In den 3 Wochen nach dem Heavy24 waren nicht mehr viele Radkilometer zusammen gekommen, erst eine Woche Regeneration und dann ging es schon fast in den Urlaub. Aber die Grundlage war längst gelegt und es ging ja eh nur ums erreichen des Zieles.

Die Wettervorhersage war alles andere als gut. Für die 3 tollen Tage wurden Regen und stark fallende Temperaturen mit Schnee angekündigt. Zum Glück kam es dann doch anderes als angekündigt. Am Donnerstag die Abholung der Startunterlagen im Festsaal in Fügen und das Streckenbriefing. Alles wie bei anderen Veranstaltungen, nur eine kleine Marathonmesse fehlte. Die Pastaparty war dann schon etwas besser mit verschiedenen Nudelsorten, Steaks, Putenfleisch und Zanderfilet. Leider waren wir durch das Briefing etwas später dran und das Zanderfilet schon alle. Im Hotel dann noch die Startnummer und ein 30er Kettenblatt montiert, das wars dann auch schon mit den Vorbereitungen.

Freitag 30.06.2017 – 1. Etappe Fügen-Zell am Ziller (67,8 km/ 3.042 Hm):

Patrick der Hotelchef hatte noch kurzfristig überlegt nachzumelden, hatte sich dann aber am Vortag zum ungemeldeten mitrollen auf der langen Strecke entschieden. Also ging es 7 Uhr zum Frühstück, wobei ich das reichhaltige Frühstück des Hotel gar nicht brauchte. Mehr als zwei Brötchen mit Marmelade esse ich vor einem Rennen sowieso nicht. Gegen 8:15 Uhr rollte ich dann langsam zum Start in Fügen. Janine und Linus konnten also ausschlafen und brauchten mich nicht zum Start zu fahren. Schon buntes Treiben auf dem kleinen Platz vor dem Hotel Post. Ich gab meinen Kleiderbeutel ab und stellte mich dann in den Startblock. Heute standen noch alle Strecken beieinander, was sich an den nächsten Tagen ändern sollte. Da wurden die Starts der einzelnen Kategorien dann etwas entzerrt. Ich war umringt von Niederländern, die anscheinend die größte Teilnehmergruppe stellten. Gegen 9 Uhr ging es dann endlich los und vom Start weg bergauf. Kurz durch Fügen und dann die Höhenstraße nach Hochfügen hinauf. Ich startete aus dem Mittelfeld, musste dann aber viele Fahrer vorbeiziehen lassen, da ich mich sehr schlecht fühlte. Mir war ständig so, als müsste ich mich sofort übergeben. Janine und Linus standen am Ortsausgang am Straßenrand, da die Strecke direkt am Hotel vorbeiführte, schon da war mir nicht mehr zum Lachen zumute. Es ging steil bergan in Richtung Spieljoch. Die Strecken kannte ich vom Winter her ganz gut, war bereits oft hinauf gelaufen oder mit Tourenski aufgestiegen. Aber heute ging irgendwie gar nichts. Das Wetter war zum Glück anders als gemeldet – warm und Sonnenschein. Erst nach einer Stunde im Anstieg ging es mir dann langsam besser und wir hatten den ersten Aufstieg mit 1200 Hm zum Onkeljoch gemeistert. Es folgte eine kurze Abfahrt zur Straße und dann ging es leicht ansteigend weiter zur ersten Verpflegung nach Hochfügen. Schnell die Flasche gefüllt und ein Gel eingeschüttet. Jetzt ging es in die Abfahrt nach Kaltenbach, die sich besser fahren ließ als im Vorfeld gedacht. In einigen Kurven musste man etwas aufpassen, ein Steuerfehler hätte da schon größere Folgen gehabt und ich hätte mich einige Meter tiefer wieder gefunden. Aber alles ging gut und wir waren schnell an der Talstation in Kaltenbach an der Verpflegungsstelle. Nun folgte der zweite große Anstieg des Tages hinauf zur Kapaunsalm. Es war ziemlich warm und der Anstieg lag komplett in der Sonne. Erst auf den letzten Höhenmetern wurden die Temperaturen etwas angenehmer. Unterwegs holte ich dann noch Patrick ein, der mit Wadenkrämpfen kurz vor der Kapaunsalm stand, aber dann wieder gut ins Tal fahren konnte. Nach der Kreuzjochhütte verschlechterte sich das Wetter etwas und in der Abfahrt regnete es dann. Zuerst ging es im Skigebiet die breiten Forststraßen hinunter bis wir auf der Hälfte der Abfahrt in den Wiesenalm Singletrail einbogen. Etliche Anlieger, Holzbrücken und Singletrails machten Spaß und waren fahrtechnisch jetzt doch etwas anspruchsvollen. Leider rutschte ich auf einer Holzbrücke aus und hatte einen kleinen Sturz. Rad überschlagen (zum Glück ohne mich), Hose aufgerissen und einige kleine Schürfwunden. Zum Glück nichts ernsthaftes! Weiter ging es ins Tal über den Trail, jetzt etwas vorsichtiger und die letzten Meter auf der Straße bergab und durch Zell am Ziller ins Ziel. Mittlerweile regnete es etwas stärker, hörte aber nach 15 min wieder auf. Wir hatten wettermäßig also großes Glück auf der ersten Etappe gehabt. Janine und Linus erwarteten mich im Ziel und gingen dann mit meinem Coupon Mittag essen. Ich hatte eh noch keinen Appetit bzw. reichte mir vorerst ein Riegel. Das Rad auf den Heckträger gepackt und es ging zurück ins Hotel. Die erste Etappe war also überstanden, wenn auch nicht gerade zufriedenstellend. Die 3000 Höhenmeter waren schon eine Ansage. Im Asterhof dann noch das Rad säubern, Tour de France schauen im Bett ist auch nicht schlecht und natürlich am Abend noch etwas ordentliches essen.

Samstag, den 01.07.2017- 2. Etappe Zell am Ziller-Mayrhofen (69 km/ 2.994 Hm):

Heute ging es schon etwas schwerer zum Frühstück, aber das kannte ich ja schon von einigen Transalpin-Run Teilnahmen. Aber im direkten Vergleich ging es mir heute noch super, auf dem Rad sind die Etappen doch nicht ganz so anstrengend. Am Morgen noch einmal ein heftiger Regenguss, zum Glück war der Start erst für 9 Uhr geplant. Janine fuhr mich heute schnell zum Start nach Zell am Ziller und dann gleich wieder zurück in den Asterhof zu Frühstück mit Linus. Ich hatte noch mehr als eine Stunde Zeit bis zum Start. Am abendlichen Briefing hatte ich nicht teilgenommen. Die Startzeit war aufgrund der Streckenänderung noch einmal um 15 min nach hinten verschoben worden. Mittlerweile schien die Sonne und es war angenehm warm, also einfach noch etwas ausgeruht und zugesehen wie sich der Startplatz langsam füllte. Aufgrund der nächtlichen Schneefälle, ja mitten im Sommer, wurde die Strecke etwas entschärft. Das Übergangsjoch mit 2.500 m konnte durch den Schnee leider nicht befahren werden. Also blieben wir im Skigebiet Zillertal Arena und drehten dort zwei Runden, das reichte aber auch. Auf der Straße ging es hinauf zur Rosenalm und dann weiter bis zum Karspitz, immerhin auch auf 2264 m. Dann wieder hinunter bis Gerlosberg und diese 12 km Runde mit 800 hm noch einmal. Die Anstiege auf den Forststraßen nach der Rosenalm waren ziemlich kräfteraubend und ich musste bereits in der ersten Runde ziemlich kämpfen, nicht absteigen zu müssen. Hat aber bestens funktioniert. Die zweite Runde kann ja toll werden dachte ich mir auf den ersten Metern der Abfahrt. Die Abfahrt machte zwar deutlich mehr Spaß, der war aber schnell vorbei als bereits in der ersten Runde das Führungsduo mit Markus Kaufmann und Peter Hermann vom CENTURION VAUDE Team an mir vorbeischoss. Toll ich habe gerade die erste Runde geschafft und die Jungs rollen jetzt nur noch ins Tal zum Ziel in Mayerhofen. Half aber nichts, weiter ging es in der schnellen Abfahrt nach Gerlosberg wo auf der Straße dann der zweite Anstieg zur Rosenalm begann. Die Strecke kannte ich nun bereits und konnte mich entsprechend darauf einstellen. Aber ich merkte jetzt bereits die schon bewältigten Höhenmeter, also einfach locker weiter. An den Steilstücken nach der Rosenalm musste ich dann leider auch erstmal kurz vom Rad, nichts ging mehr. Es half nur noch schieben, zum Glück nur kurz. Im nächsten Jahr muss es dann wohl doch eine 12fach Schaltung für mein Rad geben, damit ich noch einen rettenden Berggang habe. Das Wetter hatte bis jetzt durchgehalten, aber in der Abfahrt kam wieder leichter Regen auf, zum Glück aber nur kurz. Erst im Eiltempo die Forststraßen hinunter und bei den Sportografen noch ordentlich posiert, damit es hinterher auch schöne Fotos vom Rennen gibt.  Dann noch etwas schneller die Höhenstraße von Gerlosberg hinab ins Tal bis zum Abzweig zum Wiesenalmtrail. Begeistert war ich darüber nach meinem gestrigen Sturz auf dem Trail nicht, aber heute kam ich ganz gut durch. Noch eine Radhose hätte ich auch nicht opfern können. Im Tal dann nur noch auf dem Radweg von Zell am Ziller nach Mayerhofen – flach und immer aufs Tempo drücken. Zum Ende der Etappe regnete es nun doch wieder, aber es war ja gleich geschafft. Das Zielgelände war dann schnell erreicht und kurz vorher überholte ich noch Linus und Janine. Kurz erholen, einige Flaschen Almdudler vom Sponsor der Bike Challenge abholen und dann gemeinsam zum „Mittagessen“. Die Zielverpflegung war wirklich perfekt mit Nudeln, Lasagne, Fleisch, Salat und Almdudler bis zum abwinken. Den Nachmittag ließ ich dann wieder im Hotel ausklingen. Zum Glück kümmerte sich Janine heute um mein Rad und ich konnte mit Linus vom Bett aus die Tour de France verfolgen.

Samstag, den 02. Juli 2017- 3. Etappe Mayrhofen-Hintertux (50,8 km/ 3.090 Hm):

Der letzte Etappenstart der Tour fand in Mayrhofen statt, für uns eine halbstündige Autofahrt. Also verzichteten Linus und Janine auf das Frühstück und fuhren mich zum Start. Sie wollten im Anschluss bei einem Bäcker frühstücken und dann direkt ins Bad in Mayrhofen gehen. Gegen 9 Uhr der Start der besten 15 Fahrer. Unser Start dauerte dann noch weitere 15 Minuten. Warum dieser große Abstand? Ich konnte es mir nicht so richtig erklären, die Straßen waren breit und die Profis eh nach dem Start den meisten im Feld gleich davon gefahren. Ein gemeinsamer Start bzw. kürzerer Abstand hätte es auch getan. Es ging kurz durch den Ort und dann die Straße Richtung Ginzling hinauf – rechts ab nach Finkenberg und hoch zum Penkenjoch. Wie jeden Tag, vom Start weg ca. 1500 Hm am Stück und heute bei unangenehmen Temperaturen. Richtung Penken wurde es immer kälter und feuchter. Nun noch ein kurzes aber steiles Stück zur Wanglalm und dann in die Schotterabfahrt nach Vorderlahnersbach. Das Feld war weit auseinander gezogen und ich konnte die Abfahrt allein fahren. Erst im Tal fuhr ich wieder auf zwei Fahrer auf und wir nahmen das Straßenstück nach Hintertux gemeinsam in Angriff. Nun wartete der Schlussanstieg auf uns, von der Talstation hinauf zum Tuxer Fernerhaus auf 2.660 Hm. Über Forstwege führte uns die Strecke über die Bichlalm weiter steil bergan bis zur Mittelstation Sommerberg. Bis auf einen kurzen steilen und mit Felsen durchsetzten Streckenabschnitt direkt vor der Mittelstation ließ sich der Weg eigentlich gut fahren. Aber die bereits absolvierten Kilometer machten sich nun auch bemerkbar. An der Mittelstation machte ich nur eine kurze Trinkpause. Es hatte gerade angefangen zu regnen und das auch noch recht stark. In Kombination mit der Kälte machte das nicht wirklich Spaß. Aber so kurz vor dem Ziel half nur noch durchbeißen. Aber so kurz war es leider nicht. Es ging jetzt eine breite geschotterte Fahrtstraße hinauf. Allerdings immer wieder mit einigen Steilstücken gespickt, die mich dann doch immer öfter zum Schieben zwangen. Die Motivation war jetzt nicht mehr so hoch, ich wollte das Ganze nur irgendwie beenden und hoffte das bald das Fernerhaus in Sichtweite kam. Der Nebel verhinderte dies aber erfolgreich. Das die wenigen Fahrer um mich herum die gleichen Probleme hatten beruhigte mich etwas, trug aber nicht zur weiteren Motivation bei. Denn wie immer, wenn einer vor einem absteigt dauert es nicht lange bis man es ihm nachmacht. Egal, aus einem Mix aus fahren und schieben kämpfte ich mich langsam bergauf und über uns immer die Seilbahn. So weit konnte es also nicht mehr sein. Und dann war es auf einmal direkt vor uns zu sehen – das Tuxer Fernerhaus. Unser Ziel der Zillertal Bike Challenge! Zuvor aber noch ein kurzer, steiler Anstieg den ich versuchte im Fahren zu bezwingen. Aber keine Chance, ich musste noch einmal absteigen und hatte schon die Befürchtung schiebend ins Ziel zu müssen. Aber es gab zum Glück noch ein kurzes Flachstück und ich konnte für das Zielfoto auf dem Rad ins Ziel fahren. Ein hartes Stück Arbeit und ich war nur noch froh endlich oben zu sein. Die Mountainbiker kamen von unten aus dem Tal und von oben kamen die Skifahrer. Es waren etliche mit Ski unterwegs, was mir an diesem Tag wohl auch fast lieber gewesen wäre. Schnell das Rad abgegeben und dann ins Haus. Es gab zwar Duschen, aber ich zog mich gleich in einem Vorraum komplett um und ging dann direkt zum Essen. Kurz noch ein Telefonat mit Janine, die bereits an der Talstation auf mich wartete. Das Essen war, wie in den Seilbahnstationen auch bei anderen Veranstaltung üblich, wieder perfekt. Aber ein normaler Teller und ein Salatteller reichten mir heute, zumal wir am Abend auch noch einmal Essen gehen wollten. Ich fuhr dann lieber zeitnah ins Tal, wo ich in der Talstation noch kurz die Bike Wash Station nutzte. Janine wartete bereits und ich tauschte den Transponder gegen das Finisher Shirt. In Zukunft geht es also mit dem Trikot als Team Almdudler auf Tour!

Insgesamt eine sehr schöne, perfekt organisierte Veranstaltung und bei Wahl der kompletten Strecke (ohne Seilbahnunterstützung) mit über 9000 Hm wirklich eine Challenge. Fahrtechnisch nicht wirklich eine Herausforderung und eigentlich von jedem Biker zu bewältigen. Aber die Anstiege müssen halt auch bewältigt werden.

Mal sehen ob es uns im nächsten Sommerurlaub wieder ins Zillertal verschlägt und vielleicht passt ja auch der Termin wieder für eine kleine Bike Challenge…

Informationen:

web:  www.zillertal.at/bikechallenge
Strecke: King of the Mountain mit 187 km und 9126 Hm
Ergebnis: 15:05:37 h – 151. Platz Gesamt/ 40. Platz AK

 

 

 

 

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