Zugspitz Trailrun Challenge/ Ehrwald: 22. – 23.07.2017

Nach unserer Pause im letzten Jahr hatten wir uns dieses Jahr wieder die Zugspitz Trailrun Challenge in Ehrwald vorgenommen. Kurze Zeit hatten wir auch über den Zugspitz Ultratrail nachgedacht, natürlich eine kurze Strecke, aber das hat terminlich alles nicht so richtig gepasst.Also Freitagmittag in Chemnitz gestartet und ab auf die Autobahn. Leider gab es einige Staus unterwegs und in München ging es nur im Schritttempo über den Mittleren Ring. Die Startabholung bis 19 Uhr war also außer Reichweite. Trotzdem noch einmal Vollgas mit dem Bulli nach Oberau, aber hier erwartete uns der übliche Stau am Ende der Autobahn vor Garmisch. Ok, dann eben doch am nächsten Morgen die Startunterlagen abholen. Gegen 19:15 Uhr waren wir in Ehrwald und die Ausgabe der Startunterlagen wurde gerade abgebaut, keine Chance doch noch den Beutel am Vorabend zu bekommen. Alle Überredungsversuche blieben leider erfolglos. Bei einem gewissen Ultralauf von Chemnitz durchs Erzgebirge, wäre das undenkbar gewesen, aber gut. Dann eben am nächsten Morgen noch ein zusätzlicher Weg zwischen Parkplatz und Start. Wir hörten uns kurz das Briefing an, aber viel neues gab es nicht – die Strecke hinauf zur Zugspitze ist bekannt und auch nicht wirklich änderbar. Nur das Wetter war interessant. Die Startzeit wurde, aufgrund von Gewittergefahr am Nachmittag, schon mal von 9 Uhr auf 7:30 Uhr vorverlegt. Wir parkten direkt hinter dem Schwimmbad in Ehrwald und bereiteten unserer Nachtlager im Bus vor, die Idee hatten auch noch andere und wir hatten noch einen interessanten Abend mit Sebastian Popp.

In der Nacht dann ordentliche Gewitter und am Morgen noch Regen, die Marathonläufer durften gegen 5 Uhr auch noch bei Regen starten. Aber das Wetter besserte sich langsam und wir konnten die Startunterlagen schon im trockenen abholen. Unterwegs noch ein Rosinenbrötchen gegessen und etwas Cola am Bus, das sollte als Frühstück reichen. Noch schnell den Beutel mit den Wechselsachen gepackt und ab zum Startplatz. Leider war meine Trinkblase im Rucksack defekt und lief etwas aus, das merkte ich allerdings erst als auch mein zweiter Rucksack nass war. Half nichts, das Loch notdürftig mit etwas Tape geflickt und mit nassem Rucksack zum Start. Der Kleidungsbeutel für den Zielbereich war schnell abgegeben und wir stellten uns bei der Ausrüstungskontrolle an. Noch waren nur 10 Leute vor uns, was sich nach uns schnell änderte. Die Schlange wuchs schnell auf hundert Meter, nochmal Glück gehabt. Zuvor hatten wir uns beim Medical Team noch schnell zwei Rettungsdecken besorgt, und promt wurden wir bei der Ausrüstungskontrolle genau danach gefragt. Aber alles Ok und wir waren Startbereit.

Die Ersten Meter ging es noch die Straße entlang, aber dann schnell auf den Wanderweg zur Ehrwalder Alm. Hier waren auch schon einige Steilstücke zu bewältigen, aber noch waren wir frisch. Ich lief einige Meter vor Janine, wartete dann aber doch und wir liefen gemeinsam weiter. Sicher hätte ich schneller laufen können, aber mir war es wichtiger trotz meiner Fußprobleme sicher ins Ziel zu laufen. Weiter von der Ehrwalder Alm zur Pestkapelle, wo bereits die erste Verpflegung auf uns wartete. Wir machten aber nur kurz Pause und dann ging es weiter bergauf. Nun zog sich der Weg schräg am Hang hinauf bis zum Felderjöchl (2049 m). Der Weg war durch die nächtlichen Regenfälle sehr schmierig, kein Halt egal mit welchem Profil. Zum Glück waren das immer nur einige Meter und wir kamen trotzdem sehr gut voran. Dann die erste Bergabpassage vor dem Gatterl, aber alles gut laufbar und weiter ging es über die Schotterfelder zur deutsch/ österreichischen Grenze. Die ersten Meter mit Seilversicherung hinauf zum Gatterl, aber alles unproblematisch. Vor zwei Jahren wurden wir hier vom Regen erwischt, doch heute kam die Sonne raus und der Blick auf Knorrhütte und Anstieg zum Sonnalpin war frei. Flott ging es, von einem Stein zum anderen springend, ohne große Höhenmeter weiter bis zur Knorrhütte. Noch schnell etwas getrunken bevor es in den steilen Anstieg hinauf zu Sonnalpin geht. Die ersten Meter auf dem Weg hinauf sind sehr steil und schottrig, keine gute Kombination zum Laufen. Aber hier war eh jeder eher wandernd unterwegs.

Erst im oberen Teil wird es wieder flacher und felsiger. Wir kamen gut voran, aber 4 Kilometer in diesem Gelände sind trotzdem anstrengend und lang. Mittlerweile hatten wir auch zahlreiche Wandergruppen auf dem Weg, die bei diesem guten Wetter natürlich auch nach oben wollten. Aber das war alles unproblematisch – uns wilden „Turnschuhtouristen“ wurde meist ganz von allein Platz gemacht. An Sonnalpin musste ich dann leider eine Toilettenpause in der Seilbahnstation einlegen, Janine lief indes aber weiter. Danach noch an der Verpflegung eine Stärkung für den Schlussanstieg – 1000 m mit 500 Hm ergeben eine ordentliche Steigung. Ich hatte unterwegs zwar schon einen Riegel und ein Gel gegessen, aber trotzdem immer noch ein Hungergefühl. Das Wetter war perfekt und wir konnten den Gipfel über uns sehen, schlechte Sicht wäre in diesem Fall aber auch nicht verkehrt gewesen. Also hinein in den Steig, was erstmals bei der 4. Austragung der Zugspitz Challenge möglich war.

Die ersten Höhenmeter noch im losen Geröll, einige Teilnehmer rutschten mehr zurück als was sie aufwärts kamen, dann weiter im Fels. Die Seilsicherungen als Unterstützung waren ganz hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Alle waren sehr aufmerksam und Überholvorgänge wurden ordentlich angesagt oder es wurde freiwillig Platz gemacht. Janine war kurz vor mir, aber aufschließen war nicht mehr wirklich möglich und so kämpfte ich mich allein ins Ziel. Unterwegs traf ich im Klettersteig auch noch Freunde die von der Wiener-Neustädter-Hütte aufgestiegen waren und verquatschte mich noch einige Minuten. Zufälle gibt’s, wenn man so was plant, wird es meistens nichts. Es ging bei mir ja nicht wirklich um Zeiten oder Platzierungen. Nach 3:56 h erreichte ich das Ziel und konnte den Zieleinlauf genießen, Reserven waren noch genügend da. Der Schlussanstieg war dann doch leichter als im Vorfeld gedacht, auch wenn man sich sehr auf den Weg konzentrieren musste. Beim letzten Zugspitz Extremberglauf hatte ich die Strecke bei widrigsten Bedingungen in 2:50 h absolviert, aber da stand ich auch noch voll im Training. Aktuell ging es mehr um das Erlebnis und da hatten wir heute wieder alles richtig gemacht! Umziehen und noch kurz auf der, von Seilbahntouristen überfüllten, Gipfelplattform umgesehen und ab ins Tal nach Ehrwald. Lieber den Nachmittag in Ruhe in Ehrwald genießen, auch wenn wir dadurch auf den geplanten Kaiserschmarrn verzichten mussten.

Mit Seilbahn und Bus ging es hinunter nach Ehrwald, direkt zu unserem Parkplatz an der Festhalle. In der Seilbahn trafen wir auch noch Sebastian, der den Marathon absolviert hatte und dies auf Platz 15. Starke Leistung, nachdem er am Morgen erst 15 Minuten vor dem Start im Bus aufgewacht war. Wir gingen im Hallenbad duschen und dann gleich noch zur Startnummernabholung für den nächsten Tag. Janine hatte noch nicht genug und wollte am nächsten Tag noch einen Halbmarathon dranhängen. Ich verzichtete aus Rücksicht auf meinen Fuß lieber darauf.  Den Nachmittag verbrachten wir dann am Bus und genossen die Sonne. Mittlerweile war es richtig warm und sonnig und ein Eisbecher war nach dem kleinen Läufchen heute natürlich auch noch drin, die Kalorien konnten wir uns gerade so leisten. Am Abend dann die Pastaparty im Festsaal und die Bilder des Tages. Auch den zweiten Abend/ Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz hinter der Festhalle, wo sich inzwischen noch weitere Busse und Wohnmobile eingefunden hatten.

Die Nacht wurde wieder sehr nass und über unserem Bus tobte ein heftiges Gewitter. Aber einfach wieder etwas tiefer in den Schlafsack gekrochen und am Morgen sah es dann schon wieder deutlich besser aus. Die Wolken hingen noch tief im Tal, aber es war trocken und warm. Start zum Halbmarathon war 10 Uhr und diesmal auch ohne Pflichtausrüstung. Der Rucksack konnte also getrost im Auto bleiben, schließlich waren es nur 21 km mit 1.000 Hm.

Vom Start ging es bergan zur Talstation der Zugspitz Bahn und noch einige Höhenmeter weiter hinauf. Dann mit einigen kleineren Zwischenanstiegen hinüber zur Talstation der Ehrwalder Almbahn und noch ein kleiner Anstieg Richtung Sebensee. Hinunter nach Ehrwald und noch eine kleine Zusatzrunde durch den wunderschönen Lärchenwald, den wir vor Jahren bereits bei den 4 Trails durchlaufen hatten. Dort wartete ich auf Janine, die heute flott unterwegs war. Platz 12 in der Damenwertung ca. 3 Kilometer vor dem Ziel. Das motivierte Sie natürlich noch einmal und sie konnten noch zwei weitere Läuferinnen überholen und im Ziel mit knapp unter 2:24 h ein Top Ten Ergebnis feiern. Ein super Ergebnis vor allem nach dem gestrigen Berglauf.

Es war wieder ein sehr schönes Wochenende in Ehrwald bei der Zugspitz Trailrun Challenge. Wir haben viele Bekannte getroffen und neue Lauffreunde kennengelernt. Die Organisation war, wie immer bei Plan B, natürlich wieder perfekt. Also einfach ein schönes Wochenende in den Bergen und auch ich konnte mit meinem Problemfuß den Berglauf ordentlich finishen.

 

Informationen:

web: http://www.zugspitz-trailrun-challenge.com
Strecke: 17 km/ 2.100 Hm
Ergebnis: 3:56:42 h – 218. Platz Gesamt/ 45. Platz Master

 

 

 

 

 

 

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